Silberstahl rund blank

2.000,0 mm, Stahl

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Silberstahl – verschleißfester Kaltarbeitsstahl

Silberstahl – so nennen auch heute noch viele Praktiker einen Rundstahl in geschliffenem und poliertem Oberflächenzustand. Dabei muss es sich nicht um einen bestimmten Werkstoff handeln, obwohl sich die Bezeichnung häufig auf den Stahl 1.2210 bezieht. Als Alternative Bezeichnung zur Werkstoffnummer 1.2210 kann auch die Bezeichnung 115CrV3 verwendet werden. Dies ist ein Kaltarbeitsstahl, der sich durch gute Bearbeitbarkeit und eine einfache Wärmebehandlung auszeichnet. Diese Merkmale und seine allgemein gute Verfügbarkeit machen den Stahl für Privatanwender beispielsweise für das Schmieden von Messern interessant. Silberstahl wird jedoch auch in der industriellen Produktion verwendet.

Allgemeines zu Werkzeugstahl

Als Legierungselemente kommen für Werkzeugstähle in der Regel Chrom, Mangan, Molybdän, Vanadium oder Wolfram zum Einsatz. Durch die verschiedenen Legierungselemente wird der Stahl auf die jeweils benötigten Eigenschaften eingestellt. Werkzeugstähle lassen sich zum einen anhand ihrer Zusammensetzung in legierte und unlegierte Stähle unterscheiden, wobei sich unlegierte Stähle nicht vollständig durchhärten lassen. Zum anderen werden Werkzeugstähle auch anhand ihres Temperaturbereichs in Kalt- und Warmarbeitsstähle unterschieden. Bei Kaltarbeitsstahl tritt bereits bei einer Betriebstemperatur von 200 °C ein Abfall der Härte ein, sie verfügen jedoch über einen hohen Verschleißschutz. Wie bereits die Bezeichnung verrät, weist Warmarbeitsstahl eine erhöhte Warmfestigkeit auf, durch die er sich beispielsweise zur Herstellung von Schmiedegesenken eignet. Schnellarbeitsstähle sind hoch legiert und weisen eine besonders hohe Warmfestigkeit auf. Damit eignen sie sich besonders für die Herstellung von Schneidstoffen. Dort ermöglichen sie eine erhebliche Steigerung der Schnittgeschwindigkeit, die die Effizienz in der spanenden Bearbeitung stark beeinflusst.

Werkstoffe und Anwendungen für Silberstahl

Bei der Lieferung befindet sich Silberstahl in der Regel im weichgeglühten Zustand, in dem er eine maximale Brinellhärte von 220 HB aufweist. Gekauft wird Silberstahl in der Regel als blankgezogener Rundstahl. Die Maße und Toleranzen solcher Blankstahlerzeugnisse definiert DIN EN 10278. Silberstahl kann man nicht nur in den gewöhnlich lagernden Fixlängen von 1 und 2 m, sondern nach Vereinbarung auch in Sonderlängen kaufen. Silberstahl zeichnet sich durch eine hohe Schnitthaltigkeit bei gleichzeitig hoher Zähigkeit aus, wobei sich die Endhärte beim Anlassen einstellen lässt. Der Werkstoff eignet sich daher zur Herstellung von Schneidwerkzeugen wie Gewindebohrern oder Senkern, die keiner hohen Wärmebeanspruchung ausgesetzt werden. Weitere Anwendungen für Silberstahl sind Auswerfer, Stempel sowie Achsen und Wellen. Silberstahl von der Sorte 1.2210 ist Chrom-Vanadium-legiert. Er zeichnet sich durch einen guten Verschleißwiderstand und hohe Aufhärtbarkeit aus. Die Einhärtetiefe ist gering, sodass der Kern auch nach dem Härten zäh bleibt. Der Stahl eignet sich besonders für die spanende Bearbeitung. Auch zum Schmieden beispielsweise von Messern wird der Stahl gekauft. Mit der Werkstoffnummer 1.2379 wird ein weiterer wichtiger Stahl bezeichnet, dessen Legierungselemente sich dem alternativen Kurznamen X153CrMoV12 entnehmen lassen. Auch hier handelt es sich um einen Kaltarbeitsstahl, der sich durch äußerste Verschleißfestigkeit und Verzugsarmut auszeichnet. Der Stahl 1.2379 ist besonders gut für eine anschließende Nitrierung geeignet, durch die sich die Randhärte steigern lässt. Dementsprechend eignet sich der Stahl 1.2379 für die Herstellung von beispielsweise Strangpressmatrizen oder auch Druck- und Schneidplatten.

Härten von Silberstahl

Der Härtevorgang bei Silberstahl ist in drei Teilschritte gegliedert. Beim Weichglühen wird der Stahl für längere Zeit bei Temperaturen zwischen 710 und 750 °C gehalten. Danach kühlt der Stahl langsam in der Hitze ab. Darauf folgt das Härten, bei dem der Stahl auf Temperaturen zwischen 810 und 840 °C erhitzt wird. Anschließend erfolgt das Abschrecken in Öl oder Wasser, wobei die Materialstärke des Werkstücks maßgeblich für die Wahl des Mediums ist. Ab einer Materialstärke von 8 mm kommt Wasser als Härtemedium zum Einsatz. Mit dem Härten lässt sich bei Silberstahl eine Härte von bis zu 64 HRC erreichen. In diesem Zustand ist der Silberstahl jedoch sehr spröde. Die Endhärte wird schließlich maßgeblich durch das Anlassen bestimmt, bei dem ein Anteil des gebildeten Martensits in Zementit umgewandelt wird. Beim Anlassen werden die beim Abschrecken entstandenen inneren Spannungen abgebaut, sodass die Gefahr von Härterissen vermindert wird. Je nach gewünschter Härte werden Temperaturen zwischen 100 und 300 °C verwendet.