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Glattbleche – Fertigprodukte aus dem Walzwerk

Beinahe jedes Metall kann zu Blechen verarbeitet werden. Im Walzwerk werden dazu die im Block- oder Stranggussverfahren urgeformten Brammen allmählich im Querschnitt verringert. Dabei lassen sich je nach geplantem Einsatzzweck verschiedenste Materialstärken erzielen. Grob unterteilt werden Grob- und Feinbleche mit Stärken ab beziehungsweise bis zu 3 mm. Abhängig von der benötigten Menge lassen sich die Bleche als Tafeln in verschiedenen lagernden Formaten oder gewickelt als Coils beziehen. Zudem werden Bleche auch nach Kundenwunsch als Zuschnitte vertrieben.

Glattbleche – unbegrenzte Verwendungsmöglichkeiten

Feinbleche eignen sich besonders gut zur weiteren Bearbeitung mittels Umformverfahren. Weiche Stähle werden daher häufig anhand ihrer Tiefzieheignung als DD11 bis DD14 bezeichnet. Das Spektrum geht dabei von einer einfachen Güte bis zur Sondertiefziehgüte zur Bearbeitung in mehreren Stufen. Derart bearbeitete Bleche kommen häufig im Karosseriebau oder als Verkleidungen und Gehäusebauteile von Haushaltsgeräten zum Einsatz. Durch einfaches Abkanten lassen sich aus den Blechen beispielsweise Böden nach Maß für Fachbodenregale herstellen.

Doch Blechtafeln werden häufig auch ganz ohne weitere Bearbeitung direkt genutzt. So kommen vor allem Bleche aus Aluminium bei der Einhausung von Apparaten oder zum Bau von Gestellen zum Einsatz. Im Brücken- und Pipelinebau werden dagegen besonders großformatige Bleche aus Baustahlgüten genutzt. Den limitierenden Faktor für die Maße der Blechtafeln und Coils stellen dabei die zur Verfügung stehenden Walzstraßen und Transportmöglichkeiten dar. Für die Fassadengestaltung greifen Architekten häufig auf farbig beschichtete Aluminiumbleche zurück. Sie sind besonders leicht und korrosionsbeständig. Auch Kupferbleche werden seit jeher zur Verkleidung von Dächern und Fassaden eingesetzt. Die sich ergebenden optischen Gestaltungsmöglichkeiten und der verbesserte Schutz vor Schlagregen geben dafür häufig den Ausschlag für das nachträgliche Einblechen von Dachgauben.

Relevante Fertigungsverfahren für Glattblech

Der Zuschnitt von Glattblechen auf die benötigten Maße erfolgt in der Regel durch Plasma-, Wasserstrahlschneiden oder Sägen. Danach ist das auf Maß gebrachte Blech bereit für die Bearbeitung in verschiedenen Umformverfahren wie Tiefziehen, Biegen und Walzprofilieren. Für das Fügen von Blechen steht eine große Anzahl von Verfahren zur Verfügung. Die Entscheidung für ein Fügeverfahren richtet sich dabei nicht nur an funktionalen sondern auch an wirtschaftlichen Überlegungen aus. Eine ansprechende Optik ist zudem in manchen Anwendungsfällen unverzichtbar. So werden in der Serienfertigung Bleche häufig geschweißt, oder wenn lösbare Verbindungen benötigt werden, genietet und geschraubt. Als besonders wirtschaftliche Alternative zu den herkömmlichen Fügeverfahren hat sich vor allem bei der Herstellung großer Stückzahlen das Clinchen etabliert. Das zum Einsatz kommende Prinzip wird als Fügen durch Umformen bezeichnet, wobei keine zusätzlichen Fügeelemente benötigt werden. Als rationale Alternative zum klassischen Nieten hat sich das Stanznieten mit Voll- oder Halbhohlniet durchgesetzt, bei dem der Prozessschritt für das Vorlochen eingespart wird.

Glattbleche aus einer Vielzahl von Werkstoffen

Grobbleche lassen sich durch Warm oder Kaltwalzen herstellen. Ausschlaggebend für die Bezeichnung des Verfahrens ist, ob das Walzgut über oder unter seiner Rekristallisationstemperatur umgeformt wird. Geringe Materialdicken wie sie bei Feinblechen vorliegen werden nur mittels Kaltwalzen erzielt. Unlegierte Baustähle verfügen in Relation zum günstigen Preis über vorteilhafte Eigenschaften hinsichtlich Festigkeit, Temperaturbeständigkeit und Recyclingfähigkeit. Der größte Nachteil der Stähle ist jedoch, dass sie rosten. Abhilfe schaffen Maßnahmen zur Oberflächenveredelung wie die vorherrschenden Verfahrensvarianten des Verzinkens. Ohne zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung der Dauerhaftigkeit kommen dagegen rostfreie Stähle aus. Im Außenbereich und für Einsätze in aggressiven Umgebungen eignen sie sich durch ihre hohe Korrosionsbeständigkeit.

Blanke Alubleche, beispielsweise aus AlMg3, bilden eine natürliche Oxidschicht aus, die als Korrosionsschutz wirkt. Glattbleche aus Aluminium haben den Vorteil, dass sie eine geringere Dichte als Stahlbleche haben. Sie werden daher beispielsweise im Flugzeugbau eingesetzt und erfreuen sich in dünnen Stärken als Feinbleche auch im Karosseriebau steigender Beliebtheit. Daneben kommen Alubleche in statisch weniger beanspruchten Strukturen wie Zierleisten, Fenstern und Türen zum Einsatz.

Verzinkung von Glattblechen

Die weit verbreiteten Bleche aus einfachen Baustählen werden häufig im Schmelztauchverfahren verzinkt. Dabei gilt es jedoch, zwei Verfahrensvarianten zu unterscheiden, nämlich die Stückverzinkung und die Sendzimirverzinkung. Bei der Stückverzinkung werden einzelne Blechtafeln ins Tauchbad eingebracht und überzogen. Bei der auch als Bandverzinkung bekannten Sendzimirverzinkung durchläuft das Band dagegen kontinuierlich das Zinkbad. Im Ergebnis entsteht bei beiden Varianten eine Legierung des Zinks mit der Oberfläche des Materials.

Beim späteren Zuschnitt des Bandes werden am Blech jedoch ungeschützte Kanten frei. Sendzimirverzinkte Bleche eignen sich daher auch dank ihrer glatteren Oberfläche vor allem für den Innenausbau. Das Verfahren wird in der Regel bei Blechen mit Stärken von bis zu 2 mm angewandt, da dort die kathodische Schutzwirkung eine Korrosion der Kanten noch verhindern kann. Im Gegensatz zu stückverzinkten lassen sich bandverzinkte Bleche zudem ohne eine Beschädigung der Zinkoberfläche verformen. Als alternativer Korrosionsschutz oder zum Nachbessern von Montageschäden kann Zinkstaubfarbe eingesetzt werden und auch durch Emaillieren lassen sich Bleche schützen.

Einschlägige Normen zu Blechen

Auch in der Normung findet sich die Unterscheidung zwischen Grob- und Feinblechen wieder. So finden sich in DIN EN 10029 die Grenzabmaße und Formtoleranzen für warmgewalzte Stahlbleche ab einer Dicke von 3 mm. Die Norm ersetzt die vorher gültige DIN 1543. Die für Feinbleche gültige DIN 1016 wurde durch DIN EN 10051 ersetzt. Die technischen Lieferbedingungen für kontinuierlich schmelztauchveredelte Bleche regelt DIN EN 10346, das Stückverzinken fällt unter DIN EN ISO 1461. Die Unterscheidung verschiedener Güten anhand ihrer Eignung für das Kaltverformen lässt sich DIN EN 10111 entnehmen.