Weltmeister im Stahlverbrauch: Wie viel Stahl steckt in Ihren Lieblings-Fußballstadien?

Dass Fußball für einen Großteil der Menschen nicht nur während der Fußball WM von großer Bedeutung ist, ist nicht überraschend. Weniger offensichtlich hingegen ist, dass Stahl in der Welt des Fußballs im wahrsten Sinne des Wortes, eine tragende Rolle spielt. Ohne Stahl würden die Stadien nicht nur anders aussehen, sondern auch deutlich weniger Zuschauer fassen.

Deutschland ist zwar amtierender Deutscher Fußball-Weltmeister aber haben wir auch im Stahlverbrauch der Stadien die Nase vorn? Wo stehen die schwersten Stadien der Welt? Die folgende Grafik zeigt den Verbrauch an Stahl je Stadion in verschiedenen Ländern der Welt.

Stahlverbrauch je Stadion

Spitzenreiter: 42.000 Tonnen Stahl im Nationalstadion Peking

Das Stadion in Peking wurde 2008 anlässlich der Olympischen Sommerspiele eröffnet und fasst circa 80.000 Zuschauer. Dank der riesigen Stahlkonstruktion, die das Stadion umhüllt, wird es auch „Vogelnest“ genannt. Über die Entstehung und den Bau des Stadions gibt es sogar einen Dokumentarfilm.

Russland setzt auf Stahl als Hochleistungswerkstoff: 32.000 Tonnen Stahl im Sankt-Petersburg-Stadion

Das Sankt-Petersburg-Stadion wurde extra für die Fußball WM 2018 gebaut. Zehn Jahre hat die Fertigstellung gebraucht, an der unter anderem ArcelorMittal beteiligt war. Die Kosten werden auf circa 900 Millionen Euro geschätzt. Mit rund 67.000 Zuschauern gehört es zwar nicht zu den größten, dafür aber zu den teuersten Stadien der Welt. Am 10.07.2018 wird dort das Halbfinale der Fußball-WM der Herren ausgetragen.

Maßgenauigkeit im
ANZ Stadium Sydney – 32.000 t

Die Olympischen Sommerspiele 2000 standen unter dem Motto „Turning green into gold“ und sollten besonders nachhaltig gestaltet werden. Deshalb wurde auch beim Bau des Stadions darauf geachtet, Ressourcen zu sparen. Die im Dach verbauten Stahlrohre wurden entweder direkt auf Maß hergestellt oder aus Blechen gerollt und auf die exakte Länge zugeschnitten, um die Materialverschwendung zu reduzieren. Die Rohre sind 28mm dick und haben einen Durchmesser von 1200 mm.

Das Optus Stadium Perth ist mit 29.000 Tonnen ein Coup für die australische Stahlbranche

Das Stadion in Perth wurde erst Anfang 2018 eröffnet und fasst 60.000 Zuschauer. Während der Planung und Fertigstellung des Stadions wurden häufig die hohen Kosten kritisiert. Die lokale Stahlindustrie jedoch profitierte enorm von dem Bau. Verträge im Wert von 463,5 Millionen Dollar wurden an australische Firmen vergeben.  Allein für den Rahmen des Stadions wurden 16.000 Tonnen Stahl verbraucht. Darunter Stahlträger, Stahlplatten und Rundrohre.

27.000 Tonnen Flower-Power im Mercedes-Benz Stadium Atlanta

Das Stadion in Atlanta wird neben Fußball hauptsächlich für American Football genutzt und fasst 71.000 Zuschauer. Es wurde innerhalb von drei Jahren fertiggestellt. Für Schwierigkeiten während der Bauphase sorgte vor allem die komplizierte Stahldach-Konstruktion. Diese besteht aus acht riesigen, stählernen Blütenblättern, die sich beliebig zusammen und auseinander fahren lassen.

Mit 26.000 Tonnen zeigt das Hangzhou Sports Park Stadium, dass es auch groß und leicht geht

Das Stadion in Hangzhou im Osten von China ist noch in Konstruktion und wird im Dezember 2018 eröffnet. Ähnlich wie das Stadion in Atlanta setzt auch der Sports Park in Hangzhou auf Blütenblätter. 56 davon hüllen sich um die gesamte Stahlkonstruktion. Im Vergleich zum „Vogelnest“ in Peking fällt auf: Obwohl die Zuschauer-Kapazität in beiden Stadien bei 80.000 liegt, wurden in Hangzhou etwa 40 Prozent weniger Stahl verbraucht als in Peking.

Einzigartigkeit mit S355er Stahl in der Allianz Arena München – 23.000 t

Die 2005 eröffnete Allianz Arena ist bekannt für ihre weltweit einzigartige beleuchtete Membranhülle. Anfangs leuchtete die Arena in drei Farben: Rot, Weiß und Blau. Mittlerweile ist eine Beleuchtung mit 16 Millionen Farben möglich. Allein das Dach der Arena besteht aus 8.700 Tonnen S355er Stahl. Darunter hauptsächlich Träger und Rechteckrohre, letztere mit den Abmessungen 180 mm x 180 mm x 5-16 mm.

Platz für 90.000 auf 23.000 Tonnen Stahl im FNB-Stadion Johannesburg

Das FNB-Stadion in Johannesburg ist das größte Fußballstadion Afrikas und auch als Soccer City bekannt. Es wurde bereits 1987 gebaut. Für die Fußball WM 2010 fand allerdings ein aufwendiger Umbau statt. Während der WM war es Hauptaustragungsort der Spiele und es bietet Platz für 94.000 Zuschauer. Der Stahl und andere Materialien, die für die Konstruktion nötig waren, wurden aus Europa importiert. Die etwa 40.000 Platten der Außenfassade kamen beispielsweise aus Österreich.

70 Millionen Euro Stahl im U.S.Bank Stadium Minneapolis fast im Sinne Donald Trumps – 11.000 t

Das Stahlbudget für das Stadion lag bei umgerechnet etwa 70 Millionen Euro, wovon 90 Prozent in amerikanischen Stahl investiert wurden. Ganz ohne europäische Beteiligung kam man aber nicht aus. Für Das einzigartige Dach, das mit einem transparenten Foliensystem für viel Tageslicht sorgt, wurde spezieller „Grade 65 steel“ benötigt, um Kälte und Schnee im Winter standhalten zu können.  Stahlträger dieser Güte werden in der erforderlichen Länge und Stärke nur in Europa produziert, sodass ArcelorMittal als Partner für den Bau des Stadions hinzugezogen wurde.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s